Abschlussveranstaltung

Am 5. und 6. Oktober fand im Technologiepark Warnmünde die Abschlussveranstaltung des Innovationsforums „INMOS“ statt. Die mit über 70 Teilnehmern aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Presse gut besuchte Konferenz wurde durch den Projektleiter Herrn Dr. Holger Keuer von der ATI Küste GmbH eröffnet. Anschließende Grußworte kamen sowohl von Frau Ute Klawonn, als Vertreterin des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern, als auch von Frau Barbara Reddig als Repräsentantin des Projektträgers DLR.

Mit zwei einführenden Impulsvorträgen wurde der thematische Rahmen des Forums abgesteckt. Zum einen referierte Prof. Dr. Thomas Rauschenbach (Fraunhofer IOSB Ilmenau), der beispielhaft für die Nutzung von intelligenten maritimen Inspektions- und Monitoringsystemen die Überprüfung und Wartung von Offshore Energieanlagen in den Fokus rückte. Die Körper und Geräte der hier verwendeten Unterwasserfahrzeuge sind in Ihrer Form und Funktion oftmals eine Adaption aus dem Tierreich, wie zum anderen Dr. Rudolf Bannasch an mehreren Beispielen erläuterte.

Im Anschluss an eine kurze Pause zeigte Herr Steve Wendland (Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH) in seiner Präsentation, dass die Stadt Rostock mit verschiedenen Forschungseinrichtungen und maritimer Industrie ein idealer Standort für Forschung und Entwicklung im innovativen Wachstumsfeld der maritimen Inspektions- und Monitoringsysteme ist. In seinen Ausführungen über einen Forschungsverbund für intelligente Unterwassertechnik erläuterte Prof. Dr. Mathias Paschen (Universität Rostock) das gemeinschaftliche Ziel der Bündelung und des Ausbaus der interdisziplinären Grundlagenforschung zur Zukunftstechnologie Unterwassertechnik, in dem der Standort Rostock eine führende Rolle einnehmen will. Herr Prof. Dr. Uwe von Lukas vom Fraunhofer IGD bestätigte, dass Rostock mit seinen markanten Alleinstellungsmerkmalen hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen biete und stellte dazu Konzeptideen für die Schaffung eines Ocean Technologie Campus vor, in dem der Aufbaus eines Unterwasserlabors einen Schwerpunkt darstellt.

Den Abschluss bildete die Abendveranstaltung auf dem Fahrgastschiff „Ostseebad Warnemünde“. In entspannter Atmosphäre kam es zu einem Austausch innovativer Ideen und einer Vernetzung der anwesenden Akteure.

Der zweite Veranstaltungstag wurde thematisch in zwei Blöcke aufgeteilt: Ausbildung/Daten und Produktentwicklung. Den Auftakt der Fachvorträge bildete Herr Dr. Ralf Fiedler (Projektträger Jülich), der in seiner Präsentation nationale und internationale Fördermöglichkeiten für Forschung und Entwicklung im maritimen Bereich erläuterte. Prof. Dr. Armin Stöhr (WindEnergy Network e. V.) schilderte im Anschluss, welche Möglichkeiten und Effekte in der maritimen Weiterbildung vorhanden sind und zeigte entsprechende Handlungswege auf. Herr Thomas Ruth (Fraunhofer IGD Rostock) beschrieb in seinem Vortrag detailliert die immer komplexer werdenden Anforderung an die Datenerfassung und -auswertung, die natürlich auch den submaritimen Bereich betreffen. Gründe dafür liegen in der Generierung von hohem Datenvolumen in den unterschiedlichsten Typen und Formaten durch die genutzte Sensorik, bei denen die Auswertung zum Teil in Echtzeit erfolgen muss. In der anschließenden Präsentation erläuterte Herr Christoph Otto (Universität Rostock) die Notwendigkeit des Vorhandenseins von Open Source Software (OSS) zur Simulation meerestechnischer Systeme am Beispiel eines geschleppten Geräteträgers. Dazu zählten auch das Aufzeigen von Geschäftsmodellen durch die OSS. Die hohe Bedeutung der Informationstechnik auf dem Gebiet der Inspektions- und Monitoringsysteme erläuterte Dr. Ronald Raulefs (DLR) anhand der maritimen Kommunikation, die sehr stark durch die Wellenbewegung eingeschränkt wird. Insbesondere ein Lösungsansatz an der Phasengrenze von gasförmig zu flüssig ist eine technische Herausforderung.

Mit der Fragestellung, inwieweit Strategien übertragbar sind, wies Herr Peter Puhlmann in seinem Vortrag über die Transformation von der Entwicklung zur Produktion von Unterwasserfahrzeugen darauf hin, dass in den Bereichen Luft- und Raumfahrt und Automotive vergleichbare Risiken sowie technische Anforderungen bestehen. Die Übernahme von analogen Lösungswegen aus diesem Gebiet minimiert Risiken bei der Produktentwicklung und steigert den Mehrwert. Den Marktbedarf von geschleppten Sedimentecholoten erläuterte Herr Dr. Jens Wunderlich von der INNOMAR Technologie GmbH aus Rostock. Zusätzlich stellte er auch das bestehende Forschungsnetzwerk ImarSys und seine Neuentwicklungen auf dem Gebiet der ferngesteuerten geschleppten Fahrzeuge (ROTV) vor. Herr Tommy Kaltofen von der ATLAS ELEKTRONIK GmbH aus Bremen präsentierte in seinem Vortrag ein neu entwickeltes, autonom arbeitendes Unterwasserfahrzeug (AUV). Durch eine Vielzahl von hoch spezialisierten optionalen Sensorköpfen lässt sich die so genannte SeaCat flexibel in vielen Bereichen der Inspektions- und Monitoringsysteme einsetzen. Das SMIS-Netzwerk (Subsea Monitoring via Intelligent Swarms) verfolgt hingegen einen ganz anderen Ansatz. Herr Florian Beck von der technischen Universität Berlin (SMIS-Netzwerkpartner) erläuterte das Zusammenwirken als Schwarm verschiedenartiger, maritimer Fahrzeuge in einem intelligenten Systemverbund. Dieser Verbund kann autonom Aufgaben im Bereich des Unterwasser-Monitorings abarbeiten. Den Abschluss der Fachvorträge bildete Herr Eyk-Uwe Pap (BALTIC Taucherei- und Bergungsbetrieb GmbH). In seiner Präsentation erläuterte er die aktuelle Marktsituation im Bereich der Unterwasserdienstleistungen und wies darauf hin, dass die Generierung von Innovations- und Wettbewerbsvorteilen, sowie eine umfassende Ausbildung von ROV-Piloten essenziell sei.

Im Anschluss an die Fachvorträge hatten die Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit des Gedankenaustausches. Neben der Besichtigung der aufgebauten Ausstellung, in der auch funktionstüchtige Unterwasserfahrzeuge präsentiert wurden, war ebenfalls Zeit für das Führen von Pressegesprächen und das Knüpfen von Unternehmenskontakten.

Themenworkshops

Im Rahmen der Themenworkshops werden Fragestellungen aufgegriffen, die sich zum einen auf der Auftaktveranstaltung und zum anderen aus den Gesprächen mit Forschungs-, Entwicklungs- sowie Vertriebspartner herauskristallisiert haben. Unter der Einbeziehung von Branchenkennern und Kompetenzträgern des jeweiligen Themengebietes werden Diskussionsrunden initiiert, die eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Inspektion und Monitoring im Unterwasserbereich sicherstellen. Die Vorstellung der diskutierten Ergebnisse aus den themenbezogenen Workshops und der abgeleiteten Strategien werden einen Schwerpunkt auf der Abschlussveranstaltung bilden und dem anwesenden Fachpublikum für weiterführende  Diskussionen als Grundlage dienen.

Auftaktveranstaltung

Am 25. Mai 2016 fand im Fraunhofer IGD die Auftaktveranstaltung zum Innovationsforum „INMOS“ statt. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die geladenen Gäste auf die Thematik und das Technologiefeld mit all seinen Bereichen durch Herrn Prof. Dr. Rauschenbach vom Fraunhofer IOSB aus Ilmenau eingestimmt.

Durch die Präsentation von Herrn Wendland von der Rostock Business GmbH wurden den Teilnehmern der Standort mit seinen markanten Alleinstellungsmerkmalen in diesem innovativen Wachstumsfeld vorgestellt. Die anschließenden Ausführungen von Herrn Dr. Keuer (ATI Küste GmbH) erläuterte den Gästen das gesamte Vorhaben sowie seine inhaltliche Strukturierung erläutert. Durch den Vortrag von Prof. Dr. von Lukas (Fraunhofer IGD) wurde die Bedeutung der Informationstechnik sowie die bestehende Problematik bei der Datengenerierung im Unterwasserbereich verdeutlicht. Die darauf folgende Präsentation von Prof. Dr. Paschen (Universität Rostock) ermöglichte einen tiefen Einblick in die Unterwasserforschungslandschaft der Universität Rostock. Die detaillierten Beschreibungen der aktuellen Marktsituation im Bereich Inspektion und Monitoring durch den Unternehmer Herrn Pap (BALTIC Taucher. GmbH) wies die Teilnehmer auf die Notwendigkeit der Generierung von Innovations- und Wettbewerbsvorteilen hin.

Aus der positiven Resonanz der Teilnehmer auf die Darstellung der Möglichkeiten des Technologiefeldes am Standort Rostock konnte ein großes Interesse für das Vorhaben und die Entwicklungen am Standort Rostock abgeleitet werden.